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Kochen mit unseren Zutaten

Aus der Franzosenzeit geblieben

Böfflamott – in Rotwein gebeiztes Rindfleisch mit Kartoffelpüree

Der Name ist die bayerische Fassung von boeuf à la mode und stammt aus napoleonischer Zeit; das Gericht ist seither hier heimisch. Das Fleisch liegt zwei bis drei Tage in Rotwein und Wurzelgemüse, die Arbeit beginnt also lange vor dem Essen.

Aus der Franzosenzeit geblieben
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Vorspeise

Gebratene Blutwurst mit Apfel auf Sauerkraut

⏱ 35 Minuten

Kräftige Metzgerkost als kleine warme Vorspeise: knusprig gebratene Blutwurstscheiben auf mildem Sauerkraut, dazu ein gebratener Apfelring.

Zutaten für 4 Personen

400 g Blutwurst im Ring, beim Metzger am Stück verlangen
600 g Sauerkraut
1 Stück Zwiebel
2 Stück Apfel, säuerlich
60 g Butterschmalz
200 ml Gemüsebrühe
4 TL Mittelscharfer Senf
nach Geschmack Kümmel, Salz, Pfeffer
1 Stück Lorbeerblatt für den ganzen Topf
20 g Weizenmehl Type 550 zum Mehlieren der Scheiben
4 EL Petersilie, gehackt

Zubereitung

  1. Das Sauerkraut durchsehen und, wenn es sehr sauer ist, einmal ausdrücken. Zwiebelwürfel in der Hälfte des Butterschmalzes glasig dünsten.
  2. Sauerkraut, Kümmel und Lorbeer zugeben, mit der Brühe aufgießen und zugedeckt 20 Minuten leise schmoren. Zum Schluss den Senf unterrühren.
  3. Die Blutwurst in fingerdicke Scheiben schneiden und die Pelle abziehen. Dünne Scheiben zerfallen in der Pfanne – daher lieber zu dick als zu dünn.
  4. Den Apfel in Ringe schneiden und im restlichen Butterschmalz von beiden Seiten braten, bis er Farbe hat. Herausnehmen und warm stellen.
  5. Die Blutwurstscheiben leicht mehlieren und in derselben Pfanne bei mittlerer Hitze je Seite zwei bis drei Minuten braten. Nur einmal wenden und nicht in der Pfanne hin und her schieben.
  6. Sauerkraut auf den Teller geben, Apfelring und Blutwurst darauf setzen und mit Petersilie bestreuen.
Tipp: Das Mehl ist der Trick, damit die Scheiben beim Wenden zusammenbleiben. Wer Blutwurst nicht mag, nimmt eine gebratene Leberwurstscheibe – mit Kraut und Apfel funktioniert das genauso.
Hauptgang

Böfflamott mit Kartoffelpüree

⏱ 3 Stunden am Kochtag, davor 2 bis 3 Tage Beizen

Ein Stück Rindfleisch aus der Keule, das tagelang in Rotwein zieht und danach langsam schmort. Die Beize wird später zur Soße, deshalb lohnt sich ein Wein, den man auch trinken würde.

Zutaten für 4 Personen

1,2 kg Rinderschwanzstück ersatzweise dicke Schulter
1 l Rotwein für die Beize
200 ml Rotweinessig
4 Stück Zwiebel
4 Stück Karotte
240 g Sellerie
2 Stück Lauch
8 Stück Knoblauchzehe
2 Stück Lorbeerblatt für die ganze Beize
4 Stück Gewürznelken für die ganze Beize
6 Stück Wacholderbeeren für die ganze Beize
nach Geschmack Salz, Pfefferkörner, Thymian
80 g Butterschmalz
600 ml Rinderbrühe
4 EL Preiselbeeren für die Soße
80 g Lebkuchen zum Binden, ersatzweise Weizenmehl Type 550
120 ml Sahne für die Soße
1 kg Kartoffeln, mehligkochend
240 ml Milch für das Püree
80 g Butter für das Püree
nach Geschmack Muskat

Zubereitung

  1. Zwei bis drei Tage vorher: Rotwein und Essig mit dem grob gewürfelten Wurzelgemüse, Knoblauch, Lorbeer, Nelken, Wacholder, Pfefferkörnern und Thymian einmal aufkochen und vollständig abkühlen lassen. Heiß über das Fleisch gegossen würde die Beize es außen angaren.
  2. Das Fleisch in die kalte Beize legen, sodass es bedeckt ist, und zugedeckt im Kühlschrank zwei bis drei Tage ziehen lassen. Täglich einmal wenden.
  3. Am Kochtag das Fleisch herausnehmen, gründlich trocken tupfen und salzen. Die Beize durch ein Sieb gießen, Flüssigkeit und Gemüse getrennt auffangen.
  4. Das Fleisch im Butterschmalz von allen Seiten dunkel anbraten. Nasses Fleisch bräunt nicht, es dämpft – daher wirklich trocken tupfen. Herausnehmen und das Gemüse im Bratfett rösten.
  5. Mit einem Drittel der Beize ablöschen und einkochen lassen, das zweimal wiederholen. Brühe angießen, das Fleisch einlegen und zugedeckt bei 150 °C zweieinhalb Stunden schmoren, einmal wenden.
  6. Für das Püree die Kartoffeln in Salzwasser gar kochen, abschütten, ausdampfen lassen und durch die Presse drücken. Heiße Milch und Butter einarbeiten, mit Salz und Muskat abschmecken. Nie mit dem Mixer arbeiten, sonst wird es klebrig.
  7. Das Fleisch warm stellen. Den Sud durch ein Sieb drücken, mit dem geriebenen Lebkuchen binden, Preiselbeeren und Sahne einrühren und offen einkochen, bis die Soße einen Löffel überzieht. Das Fleisch quer zur Faser aufschneiden.
Tipp: Der Braten wird am zweiten Tag besser. Am Vortag garen, im Sud erkalten lassen, dann kalt in Scheiben schneiden und die Scheiben in der Soße langsam erwärmen – so gibt es auch keine trockenen Ränder.
Nachspeise

Guglhupf mit Rosinen und Puderzucker

⏱ 2 Stunden, davon 25 Minuten Arbeit

Ein Hefeguglhupf, wie er früher am Sonntag in jeder bayerischen Küche im Rohr stand. Nach dem schweren Hauptgang eine schlichte, trockene Nachspeise – dazu Kaffee und ein Löffel Schlagsahne.

Zutaten für 4 Personen

360 g Weizenmehl Type 550
200 ml Milch handwarm
20 g frische Hefe
80 g Zucker
120 g Butter weich, für den Teig
2 Stück Ei
2 Stück Eigelb
nach Geschmack eine Prise Salz, abgeriebene Zitronenschale
100 g Rosinen in Rum eingeweicht
60 g Mandeln gehobelt, für die Form
40 g Butter für die Form
20 g Puderzucker
160 ml Sahne geschlagen, zum Servieren

Zubereitung

  1. Hefe in der handwarmen Milch mit einer Prise Zucker auflösen, etwas Mehl einrühren und den Vorteig 20 Minuten gehen lassen, bis er sichtbar Blasen zieht.
  2. Restliches Mehl, Zucker, Ei, Eigelb, Salz und Zitronenschale zugeben und kräftig kneten. Die weiche Butter erst danach in Stücken einarbeiten – kommt sie zu früh dazu, entwickelt der Teig kein Gerüst.
  3. Zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat, etwa eine Stunde. Dann die ausgedrückten Rosinen unterkneten.
  4. Die Form gründlich buttern und mit den gehobelten Mandeln ausstreuen. In den Rillen bleibt sonst hängen, was später das Muster sein soll.
  5. Den Teig einfüllen – die Form höchstens zur Hälfte – und noch einmal 30 Minuten gehen lassen, bis er fast den Rand erreicht.
  6. Bei 180 °C 35 bis 40 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen prüfen: bleibt Teig daran hängen, noch fünf Minuten weiterbacken.
  7. Zehn Minuten in der Form ruhen lassen, dann stürzen, auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Mit Schlagsahne servieren.
Tipp: Guglhupf trocknet schnell aus. Wer ihn einen Tag vorher backt, wickelt ihn kalt in ein Tuch. Ist er doch trocken geworden, werden aus den Scheiben mit Milch und Ei und kurz in der Pfanne gebraten gute Arme Ritter.

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